So leben die Jagsthof-Hühner

Ein möblierter Stall mit "Wintergarten" und begrüntem Auslauf.
 
  Eine artgerechte Stalleinrichtung

Immer genug zu futtern: Der Nachschub wird automatisch hergeschafft.
Zum Trinken haben die Hühner Nippel und Schalen zur Auswahl.
Die Behälter sind über einem Rost angeordnet, so dass der größte Teil des Kots darunter fällt (Die Hühner geben den meisten Kot beim Fressen und Trinken ab).
Erhöhte Sitzstangen

bieten die artgerechte Gelegenheit für ein Päuschen und zum Schlafen.
Ein Lichtband in der Decke und die Auslauföffnungen lassen Tageslicht herein.
 
  Zweierlei Nester für die geschützte Eiablage
  die Eier rollen aufs Band, sodass sie nicht beschmutzt werden.
Der Scharraum ist mit Stroh und Strohpellets eingestreut.
Dort kann man prima scharren, picken und Körner suchen.
 
  „Wellness-Center“

Sich im sonnenbeschienenen Sand- und Staubbad zu aalen ist für Hühner ein Hochgenuss.
Ein Huhn braucht was zum Zupfen!

Deshalb sind ringsum an den Wänden –innen und außen- Schnurbündel als sehr beliebtes Hühnerspielzeug aufgehängt.
 
Ein Huhn braucht was zu tun!

Hühner sind „Workoholics“ und wollen den ganzen Tag beschäftigt sein. Deshalb werden mehrmals täglich Körner und/oder Möhren eingestreut, so dass die Hühner Körner suchen und Möhren picken können.
 
  Der überdachte Auslauf („Wintergarten“) mit Grasdach

Der Auslauf wurde großzügig gestaltet, damit die Hühner auch bei nassem Wetter Zugang zu frischer Luft und mehr Platz zum Flattern und Rennen haben.
Das Grasdach hat viele Vorteile

1.Ökologisch: als Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere und als Regenwasserspeicher.
2. als Hitzeschutz für seine Bewohner: die hitzeempfindlichen Hühner sind sehr dankbar, wenn sie in einem Sommer wie z.B.2003 ein kühles Plätzchen finden – und die Bauersleute freuen sich, weil sie auch bei Hitze viele Eier kriegen..

Es ist einfach schön, vor allem wenn im Frühsommer alles blüht.
 
Der Aufbau des Grasdaches

1. 30mm-Bretterschalung
2. Fliess (aus recycleten Joghurtbechern)
3. 1mm-Folie
4. Substrat aus Humuserde, Kalksplitt, Ziegelsplitt, und Lavasand
5. Eingesät wurde mit Sedumsprossen und einer Blumenwiesenmischung.
 
  Die Hühnerwiese

Übernutzte Hühnerausläufe ohne einen grünen Halm, zumindest in Stallnähe,
sind sehr problematisch:

1. für die Hühnergesundheit, weil sich auf solchen ständig besetzten Ausläufen Krankheitskeime wie z.B. Wurmeier anreichern können und die Hühner verstärkt Erde aufnehmen, wenn sie keine Pflanzen finden.

2. für die Umwelt, weil die Ausscheidungen der Hühner nicht von Pflanzen aufgenommen werden und ins Grundwasser gelangen können (Nitrat und Phosphat).
 
Wir wollen unseren Hühnern dagegen unbedingt einen ständig begrünten Auslauf bieten, den sie auch wirklich nutzen können und haben daher im Laufe der Jahre folgendes Weidesystem entwickelt:

1.Die in der Ökohaltung vorgeschriebene Weidefläche von 12000qm für 3000 Hühner wird jeweils nur 2 Jahre von Hühnern genutzt. Danach wird sie umgepflügt und mindestens 2 Jahre Mais und Getreide angebaut. Erst dann kommen wieder die Hühner dran.
2. Innerhalb der Wiese kann eine abgefressene Fläche mit einem Steckzaun ausgezäunt werden, sodass sich der Bewuchs regenerieren kann. Bei Nässe bleiben die Hühner im überdachten Auslauf.

3.Hühner bewegen sich nur sehr ungern in die weite Welt hinaus, da sie (zu Recht!) immer Angst vor dem Habicht haben. Wir haben also allerlei mobile Lauftunnels, Schattennetze und Schutzdächer auf der Wiese verteilt. Mit dem Erfolg, dass die Hennen sich sehr viel besser auf der Wiese verteilen und sich weiter weg vom Stall trauen.